Grundschule Hacklberg

Die Schule im Grünen

Kooperation Grundschule - Seminar - Uni

Schulleitung und Kollegium der Grundschule Hacklberg arbeiten eng mit den Institutionen der Lehrerausbildung zusammen. Lehramtsanwärter im ersten und zweiten Seminarjahr werden von ihrem Seminarleiter und erfahrenen Lehrkräften in allen Belangen des täglichen Unterrichts unterstützt.

In regelmäßigen Abständen besucht das Lehrerausbildungsseminar unsere Schule. Eine für beide Seiten befruchtende Zusammenarbeit. 

Auch in diesem Schuljahr findet eine Kooperation zwischen der Grundschule Hacklberg und der Universität Passau statt. Die Pratikantinnen bekamen im ersten Halbjahr einen Einblick in den Anfangsunterricht im Fach Deutsch und hielten unter Anleitung von Praktikumslehrerin Sonja Ortmeier auch selbst Unterrichtseinheiten. So haben die Studentinnen beispielsweise Schreibstationen vorbereitet und mit den Kindern der Klasse 1b erprobt.

  

 

Passgenaue Förderung statt Einheitsbrei

An der Grundschule Hacklberg ermöglichen studentische Lernpaten eine differenziertere Förderung der Schüler

Bei manchen Schülern hapert es, beim Lesen, beim Schreiben, beim Rechnen. Noch weiter können die Leistungen der Schüler in Kooperationsklassen auseinanderklaffen, die sowohl von regulären Grundschülern als auch von Kindern mit sonderpädagogischen Förderbedarf besucht werden können. An der Grundschule Hacklberg gibt es dieses Angebot in jeder Jahrgangsstufe, personelle Unterstützung durch eine zusätzliche Förderlehrerin bisher aber nur in der ersten Klasse. Das hat sich nun geändert: Die studentischen Lernpaten des Bildungsprojekts "PASSgenAU" greifen den Lehrkräften seit Januar in allen Stufen unter die Arme.

Zwar gibt es das Projekt an der Grundschule Hacklberg erst seit wenigen Wochen, doch schon jetzt kann Schulleiter Karl Meyer ein positives Fazit ziehen: "Die Lernpaten helfen dabei, dass die Kinder den Anschluss an die Klasse finden, wieder mitmachen können", sagt Meyer. Diese individuelle, also passgenaue Förderung zu ermöglichen ist das Ziel von "PASSgenAU". Das Projekt des Regionalmanagements am Wirtschaftsforum der Region Passau und des staatlichen Schulamts vernetzt die Bildungs- und Förderangebote in der Region. Besteht an einer Einrichtung ein spezieller Förderbedarf, der mit zusätzlichen Kosten verbunden ist, wird dieser vom Schulamt geprüft und von den finanziellen Mitteln des Projekts gestemmt. Ein wichtiger Geldgeber ist die Stadt Passau, die aber auch ideelle und personelle Hilfestellung leistet.


Einmal den Schülern über die Schulter schauen: Zusammen mit OB Jürgen Dupper (l.) und Schulamtsleiter Heinz Fuchs (3.v.r.) besuchten die Beteiligten von "PASSgenAU" die Grundschule Hacklberg. − Foto: Jäger

 

Bei einem Besuch der Grundschule Hacklberg lobte Oberbürgermeister Jürgen Dupper das lebendige Netzwerk: "Das Schöne an PASSgenAU ist nicht die Wortschöpfung, sondern dass wirklich passgenaue Förderung dahinter steckt", sagte Dupper. Er wertet die Bedeutung solcher Bildungsprojekte aber auch als schlechte Zensur fürs staatliche Bildungssystem: "Aber in dieser Diskussion mit dem Finger auf andere zu zeigen, damit ist dem einzelnen Kind nicht geholfen", sagte Dupper.

Je früher mit der individuellen Förderung Defizite überwunden werden können, desto besser - davon ist Schulamtsleiter und Projektleiter von "PASSgenAU" Heinz Fuchs überzeugt. "Denn so verlieren die Kinder nicht den Anschluss, haben die Voraussetzung für eine erfolgreiche Schullaufbahn", so Fuchs. Mit der passgenauen Förderung und dem Plus an Personal sieht er ein gesamtgesellschaftliches Ziel verwirklicht: "In einer Schule soll drinnen stecken, was außen drauf steht: Bildung."

Als Lernpaten werden besonders begabte Lehramtsstudenten eingesetzt, die vom Lehrstuhl für Schulpädagogik an der Uni Passau ausgewählt werden. Dieser hat die Idee der studentischen Lernpaten auch entwickelt, weil die Mitarbeiter des Lehrstuhls feststellten, dass besonders begabte Lehramtsstudenten häufiger ihr Studium abbrechen: "Die haben wir früher verloren, weil sie unterfordert waren", sagte Professor Norbert Seibert. Und der Andrang auf die Stellen als Lernpate ist groß: "Wir werden laufend von Studenten angesprochen, die das Angebot nutzen und Praxiserfahrungen sammeln wollen", sagte Lehrstuhlmitarbeiterin Stefanie Bichlmeier.

Seit ein paar Wochen arbeitet die Lehramtsstudentin Julia Frummet als Lernpatin in der zweiten Klasse. Sie hat für die Uni schon zwei Praktika in Schulen gemacht, sieht das Passgenau-Projekt an der Grundschule Hacklberg aber als wichtige Praxiserfahrung an: "Als Lernpatin kann ich über einen längeren Zeitraum Erfahrungen sammeln und die Entwicklung der Klasse mitverfolgen", sagte Frummet. Im Deutschunterricht nimmt sie ein paar Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche aus dem Regelunterricht heraus, macht mit ihnen Übungen. "Die Schüler so zu fördern, dass sie mithalten können und nicht zurückfallen, ist eine Herzensangelegenheit", erklärt die Studentin ihre Beweggründe.

Ein Bericht in der PNP vom 26.01.2013

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