Grundschule Hacklberg

Die Schule im Grünen

Mit viel Idealismus gelingt die Inklusion

Schuljahr 2017/18 >>

Hacklbergs Schulleiterin Margret Wimmer gewährte Einblicke in die tägliche Arbeit – Wünsche an Regierung und Stadt

Ein größeres Lob hätte es nicht geben können. "Ist Ihnen was aufgefallen?" fragte Rektorin Margret Wimmer in die hochkarätig besetzte Runde aus Vertretern von Regierung, Politik und Schule, nachdem sie bei der Präsentation der Inklusionsschule Hacklberg die Klassenfotos auf der Leinwand im Schnelldurchlauf präsentiert hatte. Lauter fröhliche, ganz normale Kinder, stellten die Zuschauer fest. "Dann haben wir unsere Arbeit gut gemacht", meinte die Schulleiterin lächelnd. Denn Inklusion hat funktioniert, wenn man nicht merkt, dass Kinder mit Förderbedarf darunter sind.

Machten sich ein Bild, wie Inklusionsschule Hacklberg und St. Severin-Schule (hier die 1. Klasse) unter einem Dach harmonieren: Die Gäste aus Politik und Schulen, darunter Oberbürgermeister Jürgen Dupper (v.l.), Sonderschulrektor Thomas Deschner, Schulrätin Frieda Dollinger, Josef Schätz, Leiter des Bereichs "Schulen" an der Regierung von Niederbayern, Schulamtsleiter Werner Grabl, Dr. Christian Schropp, Leitender Arzt des sozialpädiatrischen Zentrums an der Kinderklinik Passau, und Hacklbergs Schulleiterin Margret Wimmer. − Foto: Jäger

Viel wurde in der Vergangenheit über das Thema diskutiert. Und es gab nicht wenige Skeptiker, vor allem unter den Eltern. Umgetrieben von der Sorge, dass ihre Kinder möglicherweise im Unterricht zu kurz kommen könnten und Defizite im Lernfortschritt hätten, wenn sie zusammen mit Kindern mit Förderbedarf unterrichtet würden.

Doch die Bedenken haben sich nicht bestätigt. "Das Miteinander klappt und alle profitieren davon", machte Klassleiterin Birgit Eggerl beim anschließenden Besuch in der Klasse 1 c deutlich. "Wir lernen unheimlich viel voneinander", betonte sie, die in ihrer Klasse mit 15 Schülern zusätzlich zwei Trisomie-21-Kinder unterrichtet. Anfangs dachte auch sie, dass es extrem schwierig werden würde, denn im Jahr zuvor hatte die Grundschullehrerin noch eine ganz gewöhnliche Klasse mit 28 Kindern. Aber mittlerweile ist sie überzeugt, dass es eine Win-win-Situation ist. Weil alle dabei lernen, auch die "normalen" Kinder, die soziale Verantwortung übernehmen und erkennen, dass andere Hilfe brauchen. Natürlich bekommen die Klassen mit förderbedürftigen Kindern zusätzliche Unterstützung. So haben einige von ihnen Schulbegleiter, die mit im Raum sind, sowie zusätzliche Hilfe durch Förderlehrer, die zeitweise mit dabei sind oder in anderen Räumen den Buben und Mädchen speziellen Unterricht zukommen lassen.

Auch wenn sich die Grundschule Hacklberg mit insgesamt zehn Klassen und 200 Schülern – darunter 15 bis 17 Inklusionskindern, denen sonderpädagogischer Förderbedarf attestiert ist – gut arrangiert und viel an technischer Ausstattung bekommen hat: "Ausruhen können wir uns nicht", machte die Schulleiterin deutlich. "Wir brauchen auch künftig die Unterstützung." Und ohne zu jammern, es gebe Dinge, die sich dringend ändern müssten. Denn der Arbeitsaufwand sei enorm, die gelungene Inklusion nur durch das große Engagement der Lehrer zu stemmen, die in ihrer Freizeit viel Zeit opferten, um sich entsprechend vorzubereiten. Hinzu kommt: Um ein Inklusionskind optimal zu betreuen, sind viele Besprechungen nötig, da drei bis vier Personen damit betraut sind. "In Sachen Besprechungsstunden besteht deshalb dringend Nachholbedarf, weil das nicht immer unter dem Punkt Idealismus verbucht werden darf", sagte Wimmer an die Adresse von Josef Schätz, Leiter des Bereichs Schulen der Regierung von Niederbayern, der bei der Schulvorstellung mit dabei war.

Auch Oberbürgermeister Jürgen Dupper hörte aufmerksam zu, was es zu verbessern gelte. Er war angetan von der Leistung, die hier in Passaus einziger Inklusionsschule vollbracht werde. "Sie machen eine tolle Arbeit", lobte er.

Dass die Schule räumlich sehr beengt ist, da vorübergehend zwei Klassen der St. Severin-Schule untergebracht sind, auch das durften die Gäste erfahren. Wie lange die zwei Klassen hier bleiben, für die extra die Räumlichkeiten umgestaltet wurden, konnte Thomas Deschner, Sonderschulrektor des Förderzentrums Geistige Entwicklung St. Severin, nicht sagen. Der Grund für das "Asyl" in Hacklberg: Die Schule in Grubweg soll aufwendig saniert werden.

Dass sich dadurch Synergieeffekte ergeben und die Zusammenarbeit über die Schulgrenzen hinweg sehr gut funktioniert, hat sich in der kurzen Zeit schon gezeigt. Kein Vorteil ohne Nachteil. Dadurch hat die Schule Hacklberg jedoch keinen übrigen freien Raum mehr. Indes bemüht sich die Schule, eine offene Ganztagsschule zu werden, denn der benachbarte Hort mit der Nachmittagsbetreuung platzt aus allen Nähten. Und die Anmeldungen für das nächste Schuljahr zeigen, dass das mit dem jetzigen Status nicht zu stemmen ist. "Sonst müssten wir 25 Eltern abweisen", rechnete Margret Wimmer vor. Am heutigen Donnerstag wird der Stadtrat darüber entscheiden. "Ich bin zuversichtlich, dass es klappt", meinte die Schulleiterin.

Ein Bericht in der PNP vom 26.04.2018

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